NLP Format - Meta-Modell und Milton-Modell der Sprache • MG Seminare

Meta-Modell und Milton-Modell der Sprache

Meta-Modell der Sprache

Menschen machen Erfahrungen. Diese Erfahrungen entstehen, in dem äußere Sinneseindrücke mit logischen Kategorien, wie Raum und Zeit verknüpft werden. Dadurch entstehen kleine, individuelle Wirklichkeiten, die im Gesamten die geistige Landkarte eines Menschen ausmachen. 

Es kann aufgrund traumatischer Erfahrungen, wie ein Biss von einem Hund passieren, dass weiße Flecken auf dieser Landkarte entstehen und daraufhin in der Landkarte dieses Menschen der Glaubenssatz “Alle Hunde beißen immer!” vorherrscht. Voran kann dieser Mensch möglicherweise nicht mehr unbefangen mit Hunden umgehen.

Das Sprachmodell hinter diesem Glaubenssatz nennt sich Meta-Modell der Sprache. Die Metasprache ist gekennzeichnet durch eine unspezifische Sprache und das Weglassen von Informationen. Das Ziel ist, beim Gegenüber unbewusste Ressourcen zugänglich zu machen. Die Zuhörenden finden die fehlenden Informationen durch die milde Sprache in sich selbst und münzen dem Gehörten eine eigene Bedeutung zu.

Es gibt verschiedene sprachliche Verletzungen:

Meta-Modell 1: Verallgemeinerungen (Universalquantoren)

Das Meta-Modell untersucht Sätze auf behindernde Verallgemeinerungen, Verzerrungen oder Tilgungen. Die Meta-Modell-Fragen dienen der Wiederherstellung des im behindernden Satz ersichtlich verlorenen Anteils im Erleben.

Verallgemeinerungen sind Worte wie „immer, nie, alle“. Nutzen wir diese, vermeiden wir die Besonderheit eines Erlebnisses. Durch das viele Verallgemeinern wird die Kommunikation oberflächlich und langweilig. Mit den Meta-Modell-Fragen können Sie Ihren Wahrnehmungsfilter wechseln:

Schrittfolge:

  1. Setzen Sie einen fragenden Ton hinter die Verallgemeinerung: Immer? Nie? Alle? Jeder?
  2. Erfragen oder erfinden Sie ein Gegenbeispiel: „Kennen Sie wirklich niemanden, der…“
  3. Fragen Sie, wenn es passt, spezifizierend nach: „Wen genau meinen Sie?“ Kommen dann konkrete Namen? Oder eben nicht?
  4. Eine provokative Variante besteht darin, mit noch mehr Verallgemeinerungen zu antworten und zu übertreiben: „Sind wir nicht alle immer überall so?“

Meta-Modell 2: Ursache-Wirkung-Verzerrung

Wir finden immer für alles eine Ursache: Weil X, deswegen Y. Auch haben viele Menschen unterstützende und behindernde Überzeugungen in sich. Durch dieses Modell können Sie aus einer behindernden Überzeugung eine unterstützende machen. Oftmals sind die behindernden Überzeugungen fest im Menschen verankert, sodass eine logische Herangehensweise fehlschlägt. Deswegen bedarf es in solchen Momenten emotionaler Irritation:

  1. Hinterfragen Sie den Zusammenhang: „Wie genau verursacht X Y?
  2. Stellen Sie den Zusammenhang in Frage: „Wo ist denn da der Zusammenhang? Was hat denn das eine mit dem anderen zu tun?“
  3. Hinterfragen Sie die erhaltene Verallgemeinerung: Bedeutet X immer gleich Y?
  4. Fordern Sie emotional heraus: Wie kommen Sie denn darauf? Hinterfragen Sie die Verallgemeinerung: Ist das immer so?
  5. Wenn Ihr Gegenüber ins Grübeln kommt, ist das der Moment, in dem Sie eine unterstützende Überzeugung wachsen lassen können: „Ist es nicht vielmehr so, dass…“

Meta-Modell 3: Modaloperatoren (Sollen, Müssen, nicht können)

Mit diesen Modaloperatoren wird klar, dass sich jemand auf außenstehende Autoritäten beruft. So umgeht er oder sie die Übernahme von Verantwortung. Grund hierfür könnte eine Überlastung oder emotionaler Druck sein.

Wenn Ihr Gegenüber eine Aussage trifft, ohne diese zu begründen, dann können Sie dieses Modell anwenden.

Beispiel: „Man muss immer allen helfen.“

Fragen:

  1. Was würde passieren, wenn… (sie nicht immer allen helfen würden)? Warum ist das so? Was hindert Sie daran, mal etwas für sich zu tun? Durch diese Fragen erfahren Sie die Ursache-Wirkung-Verknüpfung, die sich hinter solchen Aussagen verbirgt.
  2. Hinterfragen Sie: Wer sagt das denn? Haben Sie sich nicht unbewusst Maßstäbe gesetzt?

Meta-Modell 4: Verlorener Performativ

Jemand sagt: Es ist richtig, es ist falsch, es ist besser, dass/wenn…/Das ist mir zu teuer etc. – es wird ein Urteil gefällt, aber woher dieses Urteil kommt, wird bewusst oder unbewusst weggelassen. Hier können Sie intervenieren:

  1. Von welchen Standpunkt aus gesehen?
  2. Nach welchem Maßstab gemessen?
  3. Woher wissen Sie denn, dass das so ist?
  4. In Bezug auf was…?

Meta-Modell-5: Normalisierungen und unspezifische Verben

Jemand sagt: Meine Hoffnung ist es, meine Angst ist es, ich schäme mich für…

Um mehr Handlung in diese oft starren Begriffe Hoffnung, Angst, Scham zu bekommen, können Sie hinter diese Normalisierungen blicken: Fragen Sie: Was genau erleben Sie, wenn Sie hoffen/sich ängstigen/sich schämen?

Was bedeutet Hoffnung/Angst für Sie?

Könnte es nicht auch sein, dass Sie sich…fühlen?

 

Unspezifische Verben: Mit diesen können Sie fehlende, spezifische Infos erfragen.

Ein Beispiel: Jemand sagt: Ich bin ein Sportmuffel. – Damit sieht er es als seine Identität an. Fragen Sie nun: Was genau machen Sie denn als Sportmuffel?

Die Antwort liegt dann auf der Verhaltensebene, die sich viel leichter ändern lässt als die Identität: „Ich liege am liebsten auf der Couch und mache nie Sport.“ Hier können Sie nun besser intervenieren.

 

Mit Hilfe geschickter Fragetechniken kann man trotz dieser sprachlichen Verletzungen an der Kern der Aussagen kommen. Ebenfalls kann die Frage nach Submodalitäten das wahre Thema zum Ausdruck bringen.

 

 

Milton-Modell der Sprache:

Das sogenannte „Milton-Modell“ beruht auf dem linguistischen Modelling der Arbeit von Milton Erickson durch Richard Bandler und John Grinder. Milton Erickson war ein amerikanischer Psychologe und Psychiater und gilt als Begründer der modernen Hypnose. Sie übernahmen von ihm bestimmte Sprachmuster und häufig verwendete Worte, und kreierten daraus ein Modell, welches eine Art Umkehrung des Meta-Modells der Sprache darstellt.

Dieses Modell liefert Möglichkeiten, Aussagen voller Tilgungen, Löschungen, Verzerrungen und Generalisierungen zu machen, mit dem Ziel, dass bei der zuhörenden Person eine Art innerer Suchprozess ausgelöst wird, der eine Art Trancezustand bewirkt. Über diesen Trancezustand wiederum kann diese Person über das Unbewusste mit ihren Ressourcen und/oder (neuen) Wahlmöglichkeiten in Kontakt kommen.

Beispiele:

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