Das Basismodell der Kommunikationswissenschaft

Sender-Empfänger-Modell

Die Fehler bei der Kommunikation

Veränderungen und Blickpunkte erkennen

Das Sender-Empfänger-Modell
und der Wahrnehmungsfilter

Das Sender-Empfänger-Modell ist ein schematisches und vereinfachtes Abbild der Wirklichkeit und sehr wertvoll, um reale Situationen zu analysieren.

Sender-Empfänger-Modell

Definition:

Das Sender-Empfänger-Modell gehört zu den Basismodellen der Kommunikationswissenschaft. Es besagt, dass zu jeder Kommunikation ein Sender gehört, der einem Empfänger etwas mitteilen möchte.

Dies geschieht mit Hilfe von verbaler oder nonverbaler Kommunikation, also in Form von Sprache, Schrift, Körpersignalen, usw.

Die Informationen werden in eine Art Code umgewandelt und treffen als Signal auf den Empfänger, der dieses dann decodiert.

Während der Decodierung kann es allerdings schnell zur falschen Interpretation kommen.

Herkunft

Das klassische Kommunikationsmodell gibt es bereits seit den 1940er Jahren und wurde von den amerikanischen Mathematikern Claude Shannon und Warren Weaver entwickelt, um die Funktion des Telefons zu optimieren und zu verbessern.

„In der Kommunikation kennt nur der Sender einer Nachricht ihre wahre Bedeutung, jedoch schafft der Empfänger durch seine Reaktion Realität.“

Marco Schoppmann- Unternehmensberater

Beispiel

Person 1 kann per Brief Informationen an Person 2 übermitteln. Dafür wird die Information in das Signal Schrift umgewandelt (codiert). Es kann allerdings sein, dass Person 2 nicht die gleiche Sprache spricht und der Kommunikationsprozess dadurch gestört ist. Das führt dazu, dass Person 2 zwar den Brief bekommt, aber das Signal nicht entschlüsseln (decodieren) kann und aufgrund dessen die Information nicht versteht.

Es gibt aber noch andere Gründe, warum Kommunikation misslingen kann
Bei einem Telefonat könnte z.B. auch eine rauschende Telefonleitung, ein Funkloch oder auch eine zu laute Umgebung ein Hindernis sein, was die Kommunikation zwischen Sender und Empfänger erschwert.

Was kann bei einer Kommunikation zwischen Sender und Empfänger alles schief gehen?

  • Gesagt ist nicht gehört,
  • gehört ist nicht verstanden,
  • verstanden ist noch lange nicht einverstanden,
  • einverstanden bedeutet nicht, dass es auch getan wird.
  • Wenn es getan wurde bedeutet es nicht,
    dass es auch in der richtigen Qualität erledigt wurde.
  • Wenn es in einer guten Qualität erledigt wurde heißt es nicht,
    dass es gerne erledigt wurde.

MG Seminare Sender Empfänger Problem Icon

Nach Coach und Kommunikationsberater Markus Guttenson sollte der Anspruch einer Delegation einer Führungskraft an seinen Mitarbeiter folgendes Ergebnis haben:

Für das Verständnis ist es von großer Bedeutung WIE die Nachricht „gehört“ wird, d.h. wie ein Empfänger eine Nachricht aufnimmt. 

  • Wie ist das Verhältnis zwischen Sender und Empfänger?
  • Welche sozialen und sprachlichen Eigenschaften bringen Sender und Empfänger mit?
  • In welcher emotionalen Verfassung sind Sender und Empfänger gerade? 

Folgende Informationen sind wichtig, um Missverständnisse vermeiden zu können:

Das 4 Ohren Modell von Schulz von Thun

Nach Schulz von Thun kommunizieren wir gleichzeitig auf 4 Ebenen. Die jeweilige Ausprägung der 4 Ebenen haben einen wesentlichen Einfluss darauf wie wir die Nachricht bewerten. Sie sind als ein wichtiger Bestandteil unseres Wahrnehmungsfilters.

  1. Selbstoffenbarung: z.B. „Mir ist kalt“
  2. Sachinhalt: z.B. „Das Fenster ist offen“
  3. Beziehung: z.B. „Du vergeudest Heizenergie“
  4. Apell: z.B. „Schließe das Fenster“
MG Seminare Das 4 Ohren Modell von Schulz von Thun

„Sehr gerne und in einer hervorragenden Qualität ausgeführt“ (weil der Sinn der Aufgabe verstanden wurde)

MG Seminare Wahrnehmungsfilter Icon

Wie verändert mein Wahrnehmungsfilter möglicherweise Informationen?

  • Tilgung von Informationen:ist der Prozess, in dem Teile der Originalerfahrung aus der linguistischen Repräsentation ausgeblendet, entfernt und nicht mehr erinnert werden. z.B. „die Trennung ist schmerzlich“ – Welche Trennung?
  • Verzerrung oder Verfremdung: Wir nehmen häufig an, dass andere Personen ganz bestimmte Gefühle oder Zustände in uns auslösen. Die reagierende Person erlebt sich so, als hätte sie keine andere Wahl, als so zu reagieren. z.B. „das wird wieder mal nichts“ – Vorannahme, die sich nicht erfüllen muss!
  • Generalisierung: … zeigen sich in der Sprache dadurch, dass von einer Erfahrung auf alle Erfahrungen geschlossen wird, von einer Person auf alle Personen. z.B. „Niemand kann das bewältigen“ – Nur weil du es nicht kannst?

MG Seminare persönliche Werte Icon

Die Entstehung und Wirkung der Wahrnehmungsfilter aus Sicht von Coach Markus Guttenson:

Unsere Werte sind die die Grundlage dafür, was wir gut und richtig finden und auch welche Themen und Probleme wichtiger sind als andere. Z.B. ist die Gesundheit möglicherweise in einer bestimmten Situation wichtiger als ein großes Vermögen. Möglicherweise ist der Wert Familie an einer bestimmten Stelle im Leben wichtiger als der berufliche Erfolg (oder auch umgekehrt)

Unsere Werte filtern demnach schon die Realität und fangen damit an unsere eigene individuelle Wirklichkeit zu bilden.
Aus den Werten heraus und den Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens gemacht haben (hauptsächlich in unserer Kindheit) bilden sich unsere Glaubenssätze.

Diese Glaubenssätze drücken sich in unserer Sprache als feste, oft unumstößliche Meinung zu bestimmen Themen aus und zu Aussagen darüber, was wir glauben wie unsere Welt funktioniert. Diese Meinung und dieser Glaube, bildet letztendlich auch unsere Einstellung, die wir zu verschiedenen Themen im Leben haben. Natürlich funktioniert die Beeinflussung in beide Richtungen. Das bedeutet, dass auch unsere Glaubenssätze Einfluss auf die Entwicklung unserer Werte haben können.
Somit wird unser Wahrnehmungsfilter gebildet, der dann unsere Gedanken steuert und unsere individuelle Wirklichkeit abbildet.

Diese eigene individuelle Wirklichkeit ist bei jedem Menschen unterschiedlich, weil auch der Wahrnehmungsfilter eines jeden Menschen unterschiedlich ist.

Bei der Kommunikation werden also Informationen (bestehend aus Worten, Emotionen, unausgesprochenes das mitschwingt) vom Empfänger meist anders wahrgenommen als es vom Sender gemeint war. Eben wegen der gefilterten Wahrnehmung der Information. Wir sollten uns deshalb bei jeder Kommunikation auch fragen: „Welche meiner Emotionen, die nun durch eine Aussage meines Gesprächspartners ausgelöst wurden, sind denn nun durch meinen Wahrnehmungsfilter erst entstanden?
Wenn ich also ein hohes Maß an Selbstbestimmung und Selbstführung haben will ist es unbedingt notwendig die Verantwortung für meine Emotionen, Sichtweisen, Werte und Glaubenssätze zu übernehmen. Nur so bin ich in der Lage meine individuelle Realität so zu steuern wie ich sie für mein Leben haben will.

Das Coaching bietet vor allem durch zahlreiche NLP Techniken sehr effektive Instrumente zur Ausbildung dieser PERSÖNLICHEN FÜHRUNG.

MG Seminare WarnehmungAls Sender in einem Gespräch sollte ich im Gegenzug auch die Verantwortung übernehmen für die Wirkung meiner Aussage auf meinen Gesprächspartner. Das kann ich indem ich die Botschaft in „der Sprache meines Gegenübers“ spreche. Ich achte also darauf wie mein gegenüber tickt (im NLP spricht man von den Metaprogrammen, die den psychologischen Code eines Menschen bilden), welche Wahrnehmungsfilter er hat und meine Botschaft verarbeiten könnte. Auch hier bedeutet PERSÖNLICHE FÜHRUNG die Verantwortung als Sender zu übernehmen und somit meine Ergebnisse auch als Sender zu steuern.

Wenn uns eine Information nicht gefällt, weil sie in uns eine unangenehme Emotion erzeugt, können wir unseren Wahrnehmungsfilter steuern und die Information umdeuten (Eigenverantwortung!!!)

Im NLP spricht man dabei von Reframing, das bedeutet, dass ich die Information umdeute und sie somit anders von mir wahrgenommen wird. Wenn es beispielsweise regnet könnte ich mich erstmal aufregen, weil ich einen Spaziergang geplant hatte.

Nach der Umdeutung könnte ich mich dann über den gleichen Zustand (Regen) freuen, dass ich den Garten nicht gießen muss und alle Pflanzen wieder zu trinken haben. An dem Grundzustand, dass es regnet hat sich nichts geändert, sondern nur an der Einstellung zum Grundzustand (Regen). Durch das Reframing habe ich es nun geschafft meine Emotion von einer Aufregung in eine Freude umzuwandeln.

Wenn ein Mensch in einer Opferrolle ist wird er die äußeren Umstände, also in dem Fall den Regen für seine schlechte Laune verantwortlich machen.

Ein Mensch mit PERSÖNLICHER FÜHRUNG und Selbstverantwortung wird den Grundzustand umdeuten und somit die volle Kontrolle für seine Emotion übernehmen.

„Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen ist es schwer“

SENECA

Aktuelle Seminare: Kommunikation im Verkauf

03. - 04. November

Seminar: Erfolgreich kommunizieren im Verkauf – Teil 1 – Ausbildung November

November 3, 2020November 4, 2020 Pfaffenholz 8, 74670 Forchtenberg  950
Noch 9 Freie Plätze Kommunikation und Verkauf
Details ansehen
02. Dezember

Erfolgreich kommunizieren im Verkauf – Teil 2

Dezember 2, 2020 Pfaffenholz 8, 74670 Forchtenberg  594
Ausgebucht Kommunikation und Verkauf
Booked out

0

Scroll to Top